Vorfelddiagnostik der Prostata: häufig gestellte Fragen

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Die Abkürzung PSA steht für Prostata-spezifischer Antigen Test (PSA Test). Mit dem Test werden Blutproben analysiert. Die Probe wird auf PSA hin untersucht, eine Substanz, die von der Prostatadrüse produziert wird. Wenn PSA Konzentrationen angezeigt werden, die über dem Normwert liegen, also von mehr als 4.0 ng/ml (Nanogramm je Milliliter), kann dies auf eine Infektion der Prostata, eine Vergrößerung der Prostatadrüse oder Krebs hindeuten.

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Die Tests im Zuge der Vorfelddiagnostik lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: Jene, die untersuchen, ob Prostatakrebs vorliegt und jene, die das Stadium der Krankheit feststellen. Diese Tests beinhalten:

  1. Digitaluntersuchung des Rektum (DUR). Dabei führt der Arzt einen mit Gummi überzogenen und angefeuchteten Finger in das Rektum ein, um die Prostata zu untersuchen, um etwaige Abweichungen der Gewebestruktur und Form oder Größe der Prostata festzustellen.
  2. Transrektale Sonographie. Die Transrektale Sonographie wird benutzt, um die Prostata eingehender zu untersuchen. Hierbei wird eine kleine Sonde in das Rektum eingeführt. Diese emittiert Schallwellen mit denen wiederum ein Bild der Prostatadrüse erzeugt wird.
  3. Prostata-Biopsie. Bei diesem Verfahren werden mit Hilfe von Ultraschall 6 bis 12 Kerne (kleine Gewebeproben der Prostata) zur pathologischen Begutachtung entnommen. Diese Gewebeproben erlauben eine eindeutige Diagnose von Prostatakrebs und die richtige Einstufung des Krebses. Diese Methode wird auch als Kombinierter Gleason Score (CGS) bezeichnet. Biopsie und CGS sind maßgeblich für die Diagnose und die Wahl eines angemessenen Behandlungsansatzes.

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Um den Grad der Krebserkrankung einzustufen, muss der Arzt Folgendes bestimmen:

  • Ist der Krebs auf die Prostata beschränkt?
  • Hat er sich darüber hinaus ausgebreitet?
  • Wohin hat sich der Krebs ausgebreitet?

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Es gibt einige unterschiedliche Einstufungssysteme für Prostatakrebs. Das am häufigsten gebräuchliche System ist das sog. TNM System. Das System erlaubt die Beurteilung des Ausmaßes des Primärtumors (T Stufe), ob der Krebs nahegelegene Lymphknoten befallen hat (N Stufe) und das Fehlen oder Vorhandensein von entfernt liegenden Metastasen (M Stufe). Der Begriff Metastasierung beschreibt die Verteilung von Krebszellen von der Prostatadrüse zu anderen Stellen im Körper.

Es gibt vier Kategorien, um das Stadium eines Prostatatumors (T) zu beschreiben, die von T1 bis T4 oder A bis D reichen um folgendes zu beschreiben:

  • T1/Stufe A: Der Krebs ist mikroskopisch nachweisbar, einseitig und nicht tastbar. Der Arzt kann den Tumor nicht tasten oder mit Hilfe einer bildgebenden Technik ausmachen. Bei der Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) könnte die Erkrankung erkannt worden sein oder sie wurde mittels einer Nadelbiopsie bestätigt, die auf Grund eines erhöhten PSA Wertes veranlasst wurde.
  • T2/Stufe B: Der Arzt kann das Krebsgeschwür bei einer DUR ertasten. Der Befall ist auf die Prostatadrüse beschränkt an einer oder beiden Seiten der Drüse.
  • T3/Stufe C: Der Krebs ist in Gewebe unmittelbar außerhalb der Drüse vorgedrungen.
  • T4/Stufe D: Der Krebs hat sich auf andere Stellen im Körper ausgedehnt.

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Der Gleason Score umfasst fünf Grad-Einteilungen (1 bis 5), die vom Entdifferenzierungsgrad der Tumorzellen innerhalb des Prostatagewebes abhängen. Ein Gleason Grad von 1 zeigt an, dass eine Gruppe mit Krebszellen dem kleinen, normalen und gleichmäßig ausgelegten Prostatagewebe ähnelt.

Grad 1 – kleine, uniforme Zellen, eng gebündelt Grad 2 – Zellen verschiedener Größen und Formen, locker gebündelt Grad 3 – stärkere Unregelmäßigkeit der Zellgröße und Form, geringere Abgrenzung zwischen den Zellen Grad 4 – große, unregelmäßige verschmolzene Zellen Grad 5 – unregelmäßige, verschmolzene Zellen, die umgebende Gewebezellen befallen haben.

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DUR – Durch abtasten kann der Arzt feststellen, ob es sich um einen Krebs der Stufen T1, T2 oder darüber hinaus handelt.

durch eine Biopsie – kleine Gewebeproben werden der Prostata entnommen und einem Pathologen übergeben, der das Gewebe beurteilt und diesem einen kombinierten Gleason Score (CGS) zuordnet auf einer Skale von 2 bis 10. Je höher die Zahl ist, desto aggressiver ist der Krebs.

Blutuntersuchung auf prostataspezifische saure Phosphathase (PAP) – sie gibt Aufschluss darüber, ob der Krebs auf die Prostata beschränkt ist oder nicht.

Computertomographie-Abtastung (CT) – erzeugt werden detaillierte Querschnittsabbildungen des Körpers. Hunderte dieser Bilder, die Röntgenbildern ähneln, werden zur Beurteilung herangezogen, ob sich der Prostatakrebs auf andere Organe ausgeweitet hat. CT Abtastungen sind ideal dafür, skelettartige Strukturen zu bestimmen, sie haben jedoch eine begrenzte Massengrößenauflösung.

Magnetresonanztomographie (MRT) – hierbei bedient man sich starker Magnetfelder anstelle von Röntgengstrahlung. Die Abbildung des Körpers basiert auf der freiwerdenden Energie durch Zellschwingungen. MRT-Abtastungen erzeugen ein sehr deutliches Bild der Prostatadrüse, mit denen sich nachweisen lässt, ob sich der Krebs über die Drüse hinaus ausgebreitet hat.

Endorektales MRT – mit diesem Verfahren läst sich feststellen, ob der Prostatakrebs auf die Drüse beschränkt ist. Darüber hinaus erlaubt das Verfahren eine Feststellung der genauen Lage des Prostatakrebses bei Männern, die ein Prostatakarzinom haben, das nicht mit anderen Routinetests diagnostiziert werden kann.

Radionuklide Knochenscan – mit Hilfe dieses Verfahrens kann festgestellt werden, ob sich der Krebs von der Prostata auf die Knochen ausgeweitet hat. Es ist typisch für Prostatakrebs, dass sich dieser zuerst auf Skelettstrukturen ausweitet, bevor er auf andere Körperorgane übergreift.

ProstaScintT Scan – mit dieser Technik wird festgestellt, ob sich der Prostatakrebs auf Lymphknoten und andere weiche (nicht Knochen) Körperteile ausgedehnt hat. Es erlaubt die Unterscheidung zwischen anderen Krebsformen und gutartigen Erkrankungen; dennoch sind Empfindlichkeit und Genauigkeit dieses bildgebenden Verfahrens relativ niedrig.

Lymphknoten Abtastung (mediastinale Lymphknoten Dissektion) – Sie wird durchgeführt um herauszufinden, ob sich der Krebs von der Prostata auf andere nahe gelegene Lymphknoten ausgedehnt hat und wird normalerweise durchgeführt, wenn ein hoher Verdacht auf Ausweitung besteht.

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Prostatakrebs kann Symptome aufweisen. Diese müssen aber nicht notwendigerweise auftreten. Und auch die üblichen Symptome lassen nicht immer den Schluss zu, dass es sich um Prostatakrebs handelt. Dennoch sollten ein oder mehrere der folgenden Symptome Veranlassung dazu geben, einen Arzt aufzusuchen, besonders dann, wenn man zur Hochrisikogruppe in Bezug auf Prostatakrebs gehört:

  • Bedürfnis häufigen Wasserlassens, besonders in der Nacht
  • Blut im Urin oder Sperma
  • Erektionsstörungen
  • Schwierigkeiten, das Wasserlassen einzuleiten oder Urin zurückzuhalten
  • Häufiger Schmerz oder Muskelkater im Kreuz, den Hüften oder oberen Oberschenkeln
  • Unvermögen zu urinieren
  • Schmerzhafte Ejakulation 8
  • chmerzhaftes oder brennendes Gefühl beim Wasserlassen
  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl

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Dr. David Samadi: