Strahlentherapie: häufig gestellte Fragen

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Strahlentherapie ist eine andere Form der Behandlung von Prostatakrebs. Diese beinhaltet die Externe Strahlentherapie (EBRT für External Beam Radiation Therapy) und Brachytherapie. EBRT wird normalerweise nach anderen chirurgischen Eingriffen angewendet um hochriskanten Krebs, der mit großer Wahrscheinlichkeit wiederkehren könnte, in den Griff zu bekommen. Sie besitzt eine sehr gute Erfolgsquote. Das Verfahren erlaubt die langfristige Kontrolle der Krankheit und die Überlebensrate ist mit dem chirurgischen Eingriff als Behandlungsmethode vergleichbar.

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Die Strahlentherapie kann vielerlei Nebenwirkungen mit sich bringen. Einige sind unbedeutend und verschwinden, nachdem die Therapie beendet ist. Die Nebenwirkungen schließen Abgeschlagenheit, Entzündungen der Haut im Bereich der Bestrahlung, häufiges oder unangenehmes Wasserlassen und rektale Blutungen oder Reizungen ein. Einige Nebenwirkungen bleiben jedoch dauerhaft. Der Stuhlgang kann für immer gestört sein, sogar nachdem die Behandlung ausgesetzt wurde. Bei einigen Patienten kann die Impotenz bis zu zwei Jahre nach der Behandlung andauern.

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Die EBRT-Behandlung ist vergleichbar mit einer Routineröntgenuntersuchung. Die Strahlung ist nicht sichtbar; sie kann weder gerochen noch gefühlt werden und Nebenwirkungen treten nicht vor der zweiten (2.) bis dritten (3.) Behandlungswoche auf. Bestrahlung ist örtlich begrenzt, d.h. von Nebenwirkungen werden nur die Körperabschnitte betroffen sein, die bestrahlt wurden.

Viele Patienten berichten jedoch über einige folgenden Nebenwirkungen:

  • Brennen oder Kribbeln beim Wasserlassen
  • Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen zu beginnen oder ein schwacher Harnstrahl
  • Hämorriden oder rektale Reizungen, einhergehend mit vereinzelten Blutungen und Abgeschlagenheit
  • Anstieg der Häufigkeit des Wasserlassens und des Harndrangs
  • Unregelmäßiger, weicher Stuhlgang in kleinen Mengen
  • Gelegentlich Durchfall

In Abhängigkeit von der Stärke der Nebenwirkungen werden Patienten Medikamente gegen Diarrhö verabreicht oder Medikamente, welche die Häufigkeit des Wasserlassens verringern sollen. Viele der Symptome treten nur kurzzeitig auf und verschwinden wieder, nachdem die Therapie abgeschlossen ist. Andernfalls setzen Patienten typischerweise ihre üblichen Tagesaktivitäten während der Therapie fort.

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Nachdem die EBRT abgeschlossen ist, können die Nebenwirkungen beim Wasserlassen und Stuhlgang für 2 bis 6 Wochen andauern. Sie werden jedoch mit der Zeit verschwinden. Einige Patienten werden ihre Medikamente weiterhin einnehmen müssen. Wieder andere Patienten berichten von Abgeschlagenheit fürmehrere Wochen nach der Behandlung. Andere auftretende Probleme können trockener Juckreiz, Schweregefühl’ in der Dammgegend, anale und rektale Reizungen und Hämorriden sein. Dennoch sind Patienten für gewöhnlich nicht so stark davon betroffen, dass sie ihre normalen alltäglichen Aktivitäten nicht fortsetzen könnten.

Bei der Brachytherapie werden kleine radioaktive Kügelchen (sog. seeds) direkt in oder neben den zu behandelnden Bereich platziert. Bei einer anderen Form der Brachytherapie wird mittels Nadeln radioaktives Material für eine kurze Zeit verabreicht. Während einer Brachytherapie kann sich beim Patienten Folgendes einstellen:

  • Blut im Urin, für gewöhnlich erst nach dem Eingriff
  • Schmierblutung vom Perineum (Damm)
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Abgeschlagenheit
  • Unvollständige Blasenentleerung
  • Anstieg der Frequenz des Wasserlassens
  • Übelkeit von der Narkose
  • Schmerz oder Wundsein in der Dammgegend
  • Hodenprellung oder Schwellung
  • Langsamer oder schwacher Harnstrahl

Die meisten der Patienten sind kurz nach der Behandlung in der Lage, ihre gewöhnlichen täglichen Aktivitäten wieder aufzunehmen. Dennoch sollten das Heben schwerer Gegenstände und anstrengende körperliche Betätigungen für zwei bis drei Tage nach der Behandlung eingeschränkt werden. In einigen Fällen kann das Anschwellen der Prostata die Blase blockieren. In diesem Fall wird der Patient wahrscheinlich einen Katheter und Medikamente benötigen, um die Schwellung und Entzündung abklingen zu lassen. Der Katheter kann für gewöhnlich nach 3 bis 7 Tagen entfernt werden. Bei einigen Patienten können nach der Behandlung rektal Beschwerden auftreten. Rektale Blutungen sind ungewöhnlich.

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Patienten erhalten oftmals detailliert festgehaltene Anweisung zu Folgendem:

Strahlung – Nachdem die Behandlung beendet ist, strahlt Ihr Körper nicht weiter und es ist absolut ungefährlich mit anderen Menschen in Kontakt zu sein.

Bei andauernder Brachytherapie absorbieren die Gewebeschichten die Strahlung, die vom Implantat ausgeht. Fäkalien oder irgendwelche andere Dinge, mit denen sie Kontakt haben können, sind radioaktiv. Allerdings sollten Patienten während der ersten beiden Monate nach der andauernden Brachytherapie ca. 2m Abstand halten von Schwangeren oder Paaren mit Kinderwunsch. Kleinkinder und Haustiere sollten für längere Zeit nicht auf Ihrem Schoß Platz nehmen.

Sexualfunktion – Sie können wieder Geschlechtsverkehr haben nach der Implantation der Seeds. Jedoch sollten Kondome benutzt werden während der ersten Woche nach der Behandlung. Die meisten Männer haben Erektionsstörungen nach der Strahlentherapie. Die Wahrscheinlichkeit einer andauernden Impotenz ist durch das Alter festgelegt, die Anwendung und Dauer einer Hormontherapie, durch Rauchen und andere medizinische Vorbedingungen, wie z.B. Bluthochruck und Diabetes, sowie durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Bei den meisten Männern nimmt die Erektionsstörung nach den ersten 2 Jahren nach der Behandlung allmählich ab. Viele Männer, denen keine nitrathaltigen Medikamente verschrieben wurden, können Medikamente zum Einnehmen benutzen, die Erektionsstörungen mit großem Erfolg beheben.

Patienten mögen mehr Zeit benötigen, um zum Orgasmus zu kommen. Einige beobachten eine Veränderung ihres Ejakulats – das entweder dicker oder weniger flüssig zu sein scheint – oder eine Abnahme der Menge oder das Ausbleiben des Ejakulats nach der Behandlung – häufiger jedoch bei der EBRT als bei einer Brachytherapie. Nach der Brachytherapie kann sich die Farbe des Ejakulats ändern bis hin zu dunkelbraun oder sogar schwarz. Das ist auf ‚altes’ Blut, noch von der Behandlung stammend, zurückzuführen. Dies ist ungefährlich und wird sich mit der Zeit reinigen.

Spermaproduktion – Die Höhe der Strahlung, die auf die Hodeneinwirkt, kann zu einer geringeren und vorübergehenden Reduktion der Anzahl der Spermien führen. Jedoch kann es zu einer dauerhaften Abnahme der Anzahl der Spermien bis hin zu Sterilität kommen. Patienten mit Kinderwunsch sollten medizinischen Rat suchen hinsichtlich Fruchtbarkeit und der Aufbewahrung von Spermien in einer Samenbank.

Testosteronproduktion – Die Dosierung der Strahlung, die die Hoden erreicht, ist nicht hoch genug, um deren normale Funktion zu beeinträchtigen.

Als eine Abschlussbemerkung: In einer Studie fand Dr. Mark S. Soloway, Professor und Lehrstuhlinhaber für Urologie and der University of Miami, heraus, dass jene Patienten, die sich einer Strahlentherapie unterzogen hatten, statistisch gesehen ein signifikant höheres Risiko hatten, an Blasenkrebs oder einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Und zwar im Vergleich zu jenen Patienten, die sich im Gegenzug für die radikale Prostatektomie entschieden hatten.

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Im Anschluss an die EBRT werden Sie eine Nachuntersuchung haben, um sicher zu stellen, dass die Nebenwirkungen nachlassen. Die Häufigkeit der Nachuntersuchungen wird von dem Risiko abhängen, mit dem eine Neubildung des Krebses einhergeht. PSA Blutproben werden etwa ab dem dritten Monat nach der Behandlung genommen. Die Überprüfung findet typischerweise jeden 3. bis 4. Monat während der ersten 2 bis 3 Jahre nach der Behandlung statt und dann alle 6 Monate.

Bei Patienten, die eine Brachytherapie durchlaufen, wird eine CT Abtastung der Prostata 3 bis 4 Wochen nach der Behandlung durchgeführt. Dieser Scan wird zur Auswertung der ‚Qualität’ des Implantates benutzt. Außerdem wird gleichzeitig ein Termin in der urologischen Abteilung vereinbart.

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PSA Tests werden angewandt, um den Fortschritt der Behandlung zu überwachen. Nach der Bestrahlung wird der PSA Wert niedrig sein, jedoch wird er seinen niedrigsten Wert nicht sofort nach der Behandlung erreichen. Es kann zwei Jahre dauern, bis sich der PSA Wert auf seinem niedrigsten Niveau einpendelt. Zudem kann der PSA Wert durchaus unkontinuierlich sinken. Ein vorübergehender Anstieg kann sich während der ersten 3 Jahre nach der EBRT oder Brachytherapie vollziehen; das bedeutet nicht, die Behandlung ist fehlgeschlagen. Nach einer Hormontherapie kann sich die Phase der Absenkung des PSA Wertes verzögern. Im Zuge der Normalisierung des Testosteronspiegels kann der PSA Wert ansteigen. Auch dies ist kein Zeichen dafür, dass die Behandlung ein Misserfolg war.

Der PSA Wert bleibt ein unverzichtbares Kontrollmittel und eine in regelmäßigen Abständen stattfindende Überprüfung ist ausschlaggebend für den Erfolg. Ihr Arzt wird weitere Faktoren neben dem PSA Wert in Betracht ziehen, um den Ausgang der Behandlung zu abzuschätzen.

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Üblicherweise wird keine weitere Behandlung nach einer Strahlentherapie nötig sein. Es ist wichtig zu beachten, dass Patienten nach einer chirurgischen Behandlung bestrahlt werden können, jedoch ist eine Operation nach einer Bestrahlung nahezu unmöglich. Der PSA Wert gemeinsam mit dem Gleason Score und dem Stadium, in dem sich der Prostatakrebs befindet, bestimmen die Notwendigkeit für eine Fortsetzung der Behandlung. Durch einen chirurgischen Eingriff an der Prostata können wir mehr Informationen erhalten, nachdem sie entfernt wurde. Die Nachuntersuchung ist einfacher, weil der PSA Wert immer 0 sein wird, was bei einer Bestrahlung nicht der Fall ist. Bei der Bestrahlung schwankt der PSA Wert nahezu wie vor einer Operation.

Regelmäßige Termine für die tägliche Behandlung, besonders bei Patienten, die sich einer EBRT unterziehen, sind wichtig. Den PSA Wert auszuwerten ist unerlässlich für die Überwachung und Bewertung der Dringlichkeit einer weiteren, zukünftigen Behandlung. Sollte der Krebs zurückkehren, hängt dieBehandlung von der Erstbehandlung ab. Zusätzliche oder alternative Formen der Strahlentherapie können empfohlen werden. Ihre Ärzte, einschließlich eines Radioonkologen, Urologen und medizinischen Onkologen, werden gemeinsam mit Ihnen Optionen für Ihre Behandlung besprechen.

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Dr. David Samadi: